» Stellungnahme 21.09.2011
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Herrn Bürgermeister Müller
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die Ratsmitglieder
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Die Bürgerinitiative "Rettet den Stadtpark" nimmt Stellung zu folgendem Artikel des Kölner Stadtanzeigers vom 15.09.2011: "Der Alptraum soll verhindert werden"

- Der Beton-Alptraum muss verhindert werden! -

Für einige Kommunalpolitiker scheint der "Alptraum" gleichbedeutend mit dem drohenden Rückzug des Investors. Für viele Leichlinger Bürgerinnen und Bürger aber besteht der "Alptraum" in der Vorstellung eines riesigen Betonklotzes mitten im neuen Stadtpark und der Tatsache, dass das Herz Leichlingens in den nächsten 10-20 Jahren, entgegen allen Ankündigungen, ohne adäquaten Ersatz auskommen muss.

Den Entscheidern scheint nicht bewusst zu sein, welch ein ökologisch wertvolles Kleinod da mitten in Leichlingen liegt.

Folgende Fakten sind in Erinnerung zu rufen:

1. Sauerstoff
Jeder Laubbaum produziert täglich 10-15 kg Sauerstoff; jeder Mensch verbraucht 0,5-2 kg Sauerstoff pro Tag. Also kann ein ausgewachsener Baum etwa 10-20 Menschen am Tag mit Sauerstoff versorgen.

2. Luftfeuchtigkeit
An heißen Sommertagen verdunstet ein Laubbaum um die 400 l Wasser, erhöht damit die Luftfeuchtigkeit und senkt die Lufttemperatur.

3. Bäume haben darüber hinaus noch andere wertvolle Eigenschaften für das Stadtklima:
- Sie verbrauchen mehr Kohlendioxyd, als sie Sauerstoff produzieren.
- Sie filtern Staub, Bakterien und Schadpilze aus der Luft.
- Sie spenden Schatten.
- Sie reduzieren die Windgeschwindigkeit.
- Sie vermindern die Lärmwahrnehmung.
- Sie bilden Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten.
- Sie verbessern die Böden mit Humus durch Laubabfall.
- Sie beleben und verschönern das Stadtbild.
Wenn man diese bekannten Tatsachen bedenkt, so fragt man sich, warum die Stadt Leichlingen für die Bebauungsplanänderung das "beschleunigte" Verfahren gewählt hat und dabei auf die "Erarbeitung eines Umweltberichtes" verzichtet.

4. Keine Kompensation
Eine Kompensation für den Verlust des "Neuen Stadtparks" sieht die Stadt in der "Aufwertung" der vorhandenen und der Gestaltung der neu zu schaffenden öffentlichen Grün- und Freiflächen entlang der Wupper und auf dem neuen Rathausplatz.
Es scheint den Befürwortern der Stadtpark-Bebauung nicht bekannt zu sein, dass die ökologische und klimatische Bilanz der Rodung eines ca. 40 Jahre alten Baumes nur dann ausgeglichen werden kann, wenn gleichzeitig mindestens 2000 (in Worten: zweitausend) junge Bäume in der Innenstadt gepflanzt werden.
Die Vielfalt und der ökologische Nutzen des "Neuen Stadtparks", in dem ca. 60 Jahre alte Bäume stehen, kann durch diese Ausgleichsmaßnahmen nicht erreicht werden.
Zudem hat die Stadt keine Pläne und Informationen darüber vorgelegt, wann und mit welchem Geld mit der Aufforstung neuen Grüns an Ort und Stelle begonnen werden soll.

5. Rodung ist keine Ultima ratio
Ziel der Politik sollte es sein, Leichlingen zukunftsfähig zu gestalten.
Die Zukunft rettet man nicht mit einem Alptraum aus Beton, sondern mit nachhaltigen Maßnahmen, die der Klimaveränderung Rechnung tragen.
Es ist offensichtlich erwiesen, dass die Rodung der Stadtparkbäume nicht der Weisheit letzter Schluss ist, zumal sich Alternativen für den Bau des Supermarktes geradezu aufdrängen.
.:  Rettet den Stadtpark Leichlingen  :.