» Presseerklärung zur Einzelhandels-Umfrage
Presse-Erklärung der "Bürgerinitiative Rettet den Stadtpark" zur durchgeführten Befragung der Leichlinger Geschäftsleute

Zunächst möchten wir uns bei den Leichlinger Einzelhändlern und -händlerinnen herzlich für ihre Teilnahme an unserer Befragung bedanken und auch für die Anerkennung, die wir für die Durchführung dieser Aktion bekommen haben.
Immerhin haben fast 85 % daran teilgenommen, in Zahlen sind das 156 von allen 187 Geschäftsleuten.
Einige beantworteten den Fragebogen nicht, weil sie behördliche Schwierigkeiten befürchten. Manche nutzten aus diesem Grund die Möglichkeit, den Fragebogen anonym zurückzugeben, doch die meisten machten aus ihrer Meinung keinen Hehl.
Die einzelnen Fragen können hier eingesehen werden: Auswertung und Diagramm

a) Auf die Frage 1: "Befürworten Sie 10.000 m² (zusätzlich 7.500 m²) Verkaufsfläche im Zentrum Leichlingens?" haben 90% der Befragten mit "nein" geantwortet. Kann es ein eindeutigeres Votum gegen die geplante "Stadtgalerie" geben?

b) Einen positiven Effekt auf ihr Geschäft erhoffen sich nur 10 % (Frage 2).

c) Den Vorschlag, ihr Geschäft in die "neue Stadtgalerie" zu verlegen, lehnen 92 % ab (Frage 3).

d) Auf die Frage 4, "Befürchten Sie Beeinträchtigungen Ihres Geschäfts?" antworten 57 % mit ja, 8 % sind unsicher, während 35 % auf Grund ihrer Geschäftsstruktur keine Befürchtungen haben.

e) 500 Tiefgaragenplätze (Frage 6) hält eine Mehrheit von 82 % für nicht erforderlich.

f) Ausreichend informiert (Frage 7) fühlen sich nur 26 %. Einige ergänzten, dass sie von der Bürgerinitiative mehr Informationen als von der Stadt erhalten hätten. In diesem Zusammenhang reklamierten viele Geschäftsleute, dass die Informationsveranstaltungen der Stadt während der Geschäftszeiten anberaumt wurden, so dass eine Teilnahme nicht möglich war

g) Für 79 % der Befragten ist der Erhalt des Stadtparks als Grün- und Ruhezone inmitten der Stadt unverzichtbar!

Diese Ergebnisse der Befragung müssen unbedingt in die Planungen der Stadt einfließen, denn Ziel aller Bemühungen um Veränderungen in Leichlingen ist es doch, die Stadt attraktiver zu gestalten und den Einzelhandel zu stärken.
In diesem Ziel sind sich fast alle einig. Im Weg, der zu diesem Ziel führen könnte, unterscheiden sich nicht nur Stadtrat und Bürgerinitiative, sondern offenbar auch Stadtrat und Einzelhändler.
Da das Wohlergehen der Stadt zu nicht unerheblichem Teil vom Wohlergehen des Einzelhandels abhängt, sollte die Meinung der Einzelhändler bei allen Planungen der Stadt von entscheidender Bedeutung sein.

Wenn aber 90 % der Befragten erwarten, dass die massive Bebauung der Innenstadt sich nicht positiv auf ihr Geschäft auswirkt (Frage 1), muss der Stadtrat sich fragen lassen, ob es sich lohnt, riesige Summen von nicht vorhandenem Geld in ein Mammutprojekt zu investieren, das so wenig Aussicht hat, den vorhandenen Einzelhandel zu stärken?

Wäre es nicht effektiver, außer einem neuen Kaufpark auf der Wupperseite einen neuen Edeka-Markt an der Trompete (für den es im Unterschied zur Stadtgalerie einen Betreiber und einen Investor gibt) möglichst bald zu verwirklichen, damit nicht nur die Bürger, die dort wohnen, eine Einkaufsmöglichkeit haben, sondern damit auch die Pendler, die täglich dort vorbei auf die Autobahn fahren, ihr Geld in Leichlingen ausgeben können? Damit ließe sich Kaufkraft in Leichlingen halten, ohne die Innenstadt verkehrsmäßig mehr zu belasten.

Und wenn 90 % der Befragten sich gegen 7.500 m² zusätzlicher Verkaufsfläche im Zentrum Leichlingen aussprechen (Frage 1), dann ist es an der Zeit zu überlegen, ob diese kostenintensive Planung wirklich weiter verfolgt werden soll.
Stattdessen sollte man die Leerstände auf die Prioritätenliste setzen, die Leichlingens Attraktivität stark beeinträchtigen, so die Geschäftsleute.
Dazu ließen sich bestimmt auch kreative Ideen aus der Bevölkerung gewinnen, wenn die Bürger/Geschäftsleute in die Gestaltung mit eingebunden würden. Einige Ideen wurden schon bei der Befragung geäußert:
- teilweise Überdachung des Brückerfeldes
- Umgestaltung und neue Nutzung des "Glaspalastes" (ehem. Schlecker/Post etc.,)
- attraktivere Bepflanzung insgesamt
- Ansiedlung neuer Geschäfte etc.

Die Ergebnisse unserer Befragung können bei der Ansiedlung neuer Branchen in Leichlingen, für die eigentlich die SEL zuständig ist, hilfreich sein.

Auf die Frage 5, welche Branchen in Leichlingen fehlen, wurden besonders häufig genannt:
- Haushaltswaren
- Schuhgeschäft - speziell Kinder- und Herrenschuhe
- Textilien für junge Leute
- Damenmoden für die reifere Frau
- Lebensmittel - dazu Fisch, Wein, Feinkost
- Gastronomie an der Wupper - Bistro, Café
- Elektrogeschäft / Lampen
- Kleines Stadthotel
- Tierbedarf
- Bastelbedarf, Kurzwaren, Wolle, Handarbeiten
- Wäsche, Strümpfe
- Deko-Artikel

Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass Geschäfte, die Qualität, gute Beratung und Besonderheit bieten, durchaus bestehen können. Viele Ladenbesitzer berichteten von auswärtigen Kunden, die gezielt nach Leichlingen kommen, weil es hier kleine, besondere Läden gibt, viel Grün und kein austauschbares Stadtbild.
Genau dieses Argument hören wir sehr oft während unserer vielen Gespräche im Info-Zentrum in der Brückenstraße auch von auswärtigen Leichlingen-Besuchern.

Der Erfolg unserer Aktion zeigt die Notwendigkeit einer intensiven Befragung und Beteiligung der Leichlinger Bürgerinnen und Bürger, besonders der Einzelhändler und der Haus- und Grundeigentümer durch Politik und Verwaltung.
Schade, dass die erste Chance dazu mit der Ablehnung des Bürgerbegehrens im Sommer 2010 vertan wurde! Doch noch ist es nicht zu spät!

Seit mehreren Monaten liegen dem Stadtrat Anträge zu einer Bürgerbefragung vor - darüber müsste endlich entschieden werden!

Und die wichtigste Frage lautet immer noch: wer soll das alles bezahlen?

.:  Rettet den Stadtpark Leichlingen  :.